#Meilenstein: Zwischenbericht

Kolloquium Ph.D Kunst Design Medien

Folien

1. Intro

Erläuterung des Ablaufs

  • Überblick über Forschungsthema und Zielsetzung
  • Forschungsansatz- und Methoden
  • Erste Ergebnisse
  • Ausblick, weiteres Vorgehen
  • Diskussion

2. Arbeitstitel

"Akteursbeteiligung und Informationsvermittlung im Planungsprozess der kommunalen Energiewende"

Erläuterung des Titels










Energie

bezieht sich auf die wirtschaftliche Nutzung von Energie in den Bereichen Strom und Wärme (+Mobilität?)

Energiewende

Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien

Das umfasst:
Klimaschutz: Industrieländer müssen CO2-Emissionen um 80-95% senken, um 2-Grad-Ziel zu erreichen (Klimaschutzkonvention der Vereinten Nationen)
Atomausstieg: Langfristig Verzicht auf Kernenergie, um Risiken zu vermeiden und Abfallproblematik zu umgehen
Energieimport: Deutschland importiert 70% der Energie -> wirtschaftliche und politische Abhängigkeit
Wirtschaftsförderung: Deutschland hat wenig Ressourcen, aber gute Ingenieure













Kommunen

Kleinste adminsitrative Einheit
Es gibt in Deutschland ca. 11.000 Kommunen
Größte: Berlin (3,5 mio. Einwohner)
Kleinste: Gröde, Nordfriesland (5 Einwohner)

Kommunen sind wichtigsten Akteure bei Umsetzung der Energiewende
Kommunalverwaltungen fehlt Erfahrungsschatz







Planungsprozess

Handlungsfelder

  • Stadtentwicklung, Raumordnung
  • Kommunale Liegenschaften (Schulen, Ämter, etc)
  • Versorgung und Entsorgung
  • Interne Organisation, Kooperation

Prozess:
1. Daten sammeln (Co2-Bilanzen, Energie-Verbrauchsdaten, etc),
2. Potentialanalyse (Geodaten, Gebäudebestand, Infrastruktur)
3. Maßnahmen (kompakte Siedlungsstruktur im Bebauungsplan vorschreiben, Gebäude sanieren, Standortentwicklung für erneuerbare Energien, etc)
4. Kommunikation & Kooperation







Informationsvermittlung

Welche Informationen sind relevant?

  • Gesetze und Regularien
  • Fördermittel
  • Planungsziele, Potentiale, Maßnahmen
  • Daten
  • Kosten
  • etc

Akteure

z.B:

Bürgermeister: Trifft Entscheidung für Klimaschutzinitiative
Investorten: Finanzieren Maßnahmen
Energieversorger: Stellen Infrastruktur bereit
Interessenverbände: Blockieren oder Fördern Maßnahmen
Verbraucher: Ändern Nutzerverhalten
Schornsteinfeger: Stellen wichtige Daten zur Verfügung
Verwaltung: Alle relevanten Behörden arebiten zusammen und tauschen sich aus

Definition:

Akteure
Begriff wird in Planungsliteratur nicht einheitlich verwendet
Raumplanung:
1. Alle, die von Planungsergebnissen betroffen sind
2. Alle, beteiligten Entscheidungsträger

Also: in diesem Kontext sind nahezu alle individuellen und überindividuellen Akteure beteiligt oder betroffen…

Beteiligung
Grad der Beteiligung recht von Manipulation (nicht-Beteiligung) über Information, Konsultation bis zu Partnerschaft und Selbstverwaltung (Arnheim)





Forschergruppe

interdisziplinäre Team aus den Bereichen

  • Stadtplanung (Energie)
  • Geographie (Klima)
  • Ressourcenwirtschaft (Energie aus Abfall und Abwasser)
  • Ökonomie (Lebenszyklusanalyse)
  • Design (Visualisierung)




Implikationen

Indentität der Akteure verändert sich

Investoren
Früher: Banken, Konzerne
Heute: Privatpersonen, Landwirte

Energieversorger
Früher: Konzerne, Stadtwerke
Heute: Kommunen, Genossenschaften, Privatpersonen

Verwaltung
Früher: Einzelne Abteilungen
Heute: Mehrere Abteilungen und Behörden, Kooperationen mit Nachbarkommunen







Problemstellung

Es fehlt eine umfassende Darstellung der strukturellen und interaktionalen Rahmenbdingen, um Organisation, Kommunikation und Kooperation operationalisierbar zu machen



Zielsetzung

Visuelle Darstellung der planungsrelevanten Strukturen in einer interaktiven Karte, die Akteure und Informationsflüsse verortet.

Arbeitsschritte:

  1. Daten erheben: Akteure und Informationsflüsse
  2. Visuelle Darstellung: Visuelle Variablen, Darstellungsmetaphern



Forschungsansatz

"Mit einem Hammer in der Hand sieht jedes Problem wie ein Nagel aus" (frei nach Watzlawick)

Grounded Theory Ansatz

  • Forschungsfeld ist neu (Energiewende, Klimawandel)
  • Rahmenbedingungen wandeln sich ständig
  • Es wird aktuell sehr viel zu dem Thema geforscht
Orientierung an Grounded Theory Approach (Datengestütze Theoriebildung):

1. Beobachten, Kontextwissen mittels sensibilisierender Konzepte erweitern und dokumentieren (Memos), 2. Daten sammeln 3. Kodieren -> Bildung theoretischer Konzepte

Iterataion

GT ist Gegenmodell zur klassichen Sozialforschung
GT ist induktiv, deduktiv und iterativ





Erste Ergebnisse

  • Literaturrecherche (Handbücher, Leitfäden) -> QDA
  • Dokumentanalyse, Beobachtungsprotokolle, Befragungen
  • Forschungstagebuch
  • Pilotstudie visuelle Variablen
  • Entwicklung eines Werkzeugs zur Unterstützung bei der Datenerhebung

Ausblick

Identifizierung der Akteure
  • Kamera-Tisch für Befragung bauen
  • "Mentale Modelle" der Befragten abfragen
  • Dokumente auswerten (QDA)
Visualisierung
  • Einarbeitung in Processing, nodebox, etc.
  • Metaphern
  • Visuelle Variablen




Wortmeldungen

- Zur Methodik: Vorgehensweise vorbildlich und "echte Forschung", da das Egebnis im Vorfeld noch unbekannt sei (Hohl); Vorgehensweise fraglich: Erst müsse Theorie feststehen, dann das Thema bearbeitet werden (Schawelka);
- Zum Forschungskontext: Abhängigkeit von Forschergruppe und äußeren Umständen sei problematisch. Empfehlung: Dissertation lösen von "Sachzwängen" (Schawelka);
- Zur Zielsetzung: Identifizierung der Akteure sei problematisch, weil Akteursgefüge lokal differenzieren würde; Wie kann das entstehende Modell auf andere Regionen übertragen werden?
- Hinweis auf Mark Lombardi