Konferenz zum Anthropozän: Das Zeitalter des Menschen
Published by Chris Doering,
"Inzwischen ist der Mensch, und nicht mehr die Natur, zum wichtigsten Einflussfaktor auf den Planeten geworden. Der Mensch formt die Erde, absichtlich – und vor allem unabsichtlich, eine Deformation."
"Abgehobene Diskurse über die Kulturgeschichte der Apokalypse und politikfreie Foto-Exkursionen nach Fukushima wurden ebenso geboten wie verirrte Ansichten New Yorker Künstlerinnen über die Eignungen von finnischen Gesteinsformationen für einen „nuklearen Garten“ zur Lagerung von Atomabfällen. An der mehrwertigen Kombination von Kultur und Wissenschaft muss im Anthropozän noch heftig gearbeitet werden.
Was besonders auffiel, war die fehlende Schnittstelle zur Umweltpolitik. Eva Quistorp, frühere Grünen-Abgeordnete im Europaparlament, wo sie sich schon in den 80er Jahren erfolgreich für die Steigerung der Forschungsgelder für erneuerbare Energien um 40 Prozent einsetzte, nahm die Berliner Tagung als ein Kreisen um ein „neues Modewort“ wahr.
„Anthropozän ist jetzt das neue Spielzeug für Forschungsprojekte und allerlei Kunstdialoge“, ist ihre Einschätzung. Bei wirklichem Interesse an Veränderung hätten die Umweltgruppen, die sich seit Jahrzehnten gegen die ökologische Ruinierung der Erde stemmen, zur HKW-Veranstaltung prominent eingeladen werden müssen."