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Klimaschutz-Planer


KLIMASCHUTZ – PLANER
Kommunaler Planungsassistent für Energie und Klimaschutz


Mit der im Juni 2011 beschlossenen Energiewende wurden die Weichen in Richtung Dezentralität der Energie-
versorgung, Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien gestellt. Den Kommunen und Landkreisen kommt damit eine noch größere Bedeutung im Klimaschutz zu. Übertragbare Aussagen zur Beurteilung der Effekte und der Effizienz von kommunalen Klimaschutzaktivitäten sind bisher jedoch kaum möglich, da es keine bundesweit einheitliche Systematik, weder für die Erstellung kommunaler CO2-Bilanzen noch für die Potenzialermittlung und Bewertung von Maßnahmen als Grundlage für kommunale Klimaschutzkonzepte gibt. Mit diesem Vorhaben möchten die drei Projektpartner Klima-Bündnis e.V., ifeu – Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg und Institut dezentrale Energietechnologien (IdE) ihre Erfahrungen in der praktischen Arbeit mit Kommunen, der Entwicklung von Hilfsmitteln und Tools sowie der wissenschaftlichen Begleitung bündeln, um Kommunen und Regionen in großem Maßstab zu motivieren, im Klimaschutz aktiv zu werden und sie bei der Entwicklung und Umsetzung von Klimaschutzkonzepten zu unterstützen. Das Projekt wird gefördert vom Bundesumweltministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Harmonisierung und Standardisierung von Methoden zur Bilanzierung und Entwicklung von kommunalen Klimaschutzmaßnahmen

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative als Motor für eine große Anzahl und Vielfalt an Klimaschutzaktivitäten in Städten, Gemeinden und Landkreisen stellt sich unmittelbar die Herausforderung einer Vereinheitlichung der verwendeten Methoden, sei es im Sinne der Vergleichbarkeit für Aussagen über den Beitrag der Kommune zu nationalen Klimaschutzzielen, zum Zweck des Erfahrungsaustauschs oder um nationale Förderinstrumente und inhaltliche Unterstützung für Kommunen zielgerichtet weiter zu entwickeln. Ein Ziel dieses Vorhabens ist deshalb die Harmonisierung und Standardisierung von Methoden zur Bilanzierung und Entwicklung von kommunalen Klimaschutzmaßnahmen. Ein Konsultationsprozess mit allen auf diesen Gebieten tätigen relevanten Institutionen soll die gemeinsamen Grundlagen an Berechnungsverfahren festlegen.    
Darüber hinaus sollen die Bilanzierungsebenen auf kommunaler, Länder-, Bundes- und EU-Ebene miteinander verknüpft werden: Methodik und Datenbasis sollen aufeinander abgestimmt und in ein System mit verschiedenen Ebenen integriert werden, so dass in Zukunft eine Verknüpfung bzw. Anrechnung von Maßnahmeneffekten auf unterschiedlichen Handlungsebenen (EU, Bund, Land, Kommune) und damit eine Abstimmung der unterschiedlichen Programme ermöglicht wird.

Entwicklung eines Tools zur Bilanzierung und Entwicklung von Klimaschutzmaßnahmen ("Klimaschutz-Planer")

Die vereinbarten Berechnungsverfahren bilden die Grundlage für die Entwicklung, Programmierung und Einführung eines einheitlichen Software-Tools, das als zentrales Instrument zur Bilanzierung und Entwicklung von Klimaschutzmaßnahmen in Kommunen und Regionen dienen soll. Es ist geplant, dass das Bundesministerium für Umwelt Naturschutz und Reaktorsicherheit den Städten, Gemeinden und Landkreisen das Tool ab dem Jahr 2015 kostenlos zur Verfügung stellt.


Das Tool umfasst folgende Module:
  Bilanzierung: Hiermit können die Kommunen/Regionen fortschreibbare Energie- und CO2-Bilanzen nach einheitlichen Berechnungsverfahren erstellen. Die Kompatibilität zu Länderbilanzen sowie zum nationalen Treibhausgasinventar soll dabei geprüft werden. Es bietet zusätzlich die Möglichkeit, mittels eines Adaptionstools Daten der Bundesländer als Hintergrunddaten einzuspeisen und so die Berechnungsgrundlagen zusätzlich zu verfeinern. Außerdem soll die Kompatibilität zu den derzeit weit verbreiteten Instrumenten wie insbesondere ECORegion gewährleistet werden.

 Szenarienentwicklung: Dieses Modul umfasst die Bausteine Potentialermittlung, regionale Wertschöpfung und Maßnahmenmatrix. Es soll in Form eines Simulators angelegt sein, mit dem – aufbauend auf den tatsächlichen Potentialen in der Kommune/Region – die Wirkungen und Wechselwirkungen von einzelnen Maßnahmen(-paketen) visualisiert werden können. Es ist damit ein Instrument zur Sensibilisierung der verschiedenen Akteure für die notwendigen Maßnahmen zur Zielerreichung und gibt den Entscheidungsträgern konkrete Hilfestellung bei der Prioritätensetzung und Strategieentwicklung.

  Benchmark: Mit dem Ziel der Schaffung einer „Community“ von Kommunen und Regionen, die sowohl voneinander lernen als auch miteinander in Wettstreit treten, soll das bereits bestehende „Benchmark Kommunaler Klimaschutz“  als drittes Toolmodul angepasst werden. Es dient der Darstellung der eigenen Aktivitäten und Erfolge im Vergleich zu anderen Kommunen bzw. Regionen. Die Darstellung des Erreichten in Relation zum Erreichbaren dient dabei der Motivation zur Ergreifung von (weiterführenden) Maßnahmen. In Anbetracht der großen Anzahl an Kommunen, die jetzt aktiv sind bzw. noch in den Startlöchern stehen, soll dieses Instrument so weiter entwickelt werden, dass diese Hilfestellung auch in diesem großen Maßstab geboten werden und die Breitenwirkung signifikant gesteigert werden kann. Dabei soll auf mittlerweile eingeführte Systematiken, wie etwa die Handlungsempfehlungen im „Leitfaden Klimaschutz in Kommunen“ oder das Bewertungsschema für 100%-Erneuerbar-Kommunen und -Regionen von deENet zurückgegriffen werden. Eine weitere wichtige Neuerung wird die Ausweitung auf die neue Zielgruppe Landkreise/Regionen sein.


Im Rahmen des Vorhabens soll das Tool entwickelt, in einer Pilotphase von einigen Kommunen und Landkreisen getestet, weiter verbessert und in einer Einführungsphase von bis zu 100 Nutzern angewendet werden. Zum Abschluss des Vorhabens werden Vorschläge zur Operationalisierung, d.h. zum flächendeckenden Einsatz inkl. Betreuung für viele tausend Kommunen unterbreitet.

Schritt für Schritt zu einer kostenlosen Klimaschutzsoftware für alle Kommunen in Deutschland

Zunächst sollen die Tool-Module bis Anfang 2013 als separate Mastertools für erste Tests durch Kommunen erstellt werden. Anschließend werden die Tool-Module mit einer intuitiven Benutzeroberfläche voraussichtlich in Form einer internetbasierten Software zusammengeführt. Diese Gesamtsoftware wird im Jahr 2014 ebenfalls von den Testkommunen auf Herz und Nieren geprüft. In einer anschließenden Einführungsphase wird die Nutzung der Software auf weitere Kommunen ausgedehnt. Zum Ende des Projektes im Frühjahr 2015 soll ein den Bedürfnissen der Kommunen angepasster Planungsassistent für Energie und Klimaschutz inklusive Dokumentation und Schulungskonzept vorliegen, der die Effizienz und Effektivität der kommunalen Klimaschutzarbeit vor Ort steigert. Nach Abschluss des Vorhabens soll die Software allen Kommunen in Deutschland kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Kurze Projektpräsentation (pdf 1,1 MB)


Kontakt:
info(at)klimaschutz-planer.de


 
 

LAST UPDATE:   3. Mai 2013 - Copyright © 2004-2013 BY KLIMA-BÜNDNIS - CLIMATE ALLIANCE - ALIANZA DEL CLIMA E.V.